Löwenzahn

Löwenzahn an einer besprühten Steinmauer

Jedes Kind kennt den Löwenzahn. Mit seinem leuchtenden Gelb bringt er im Frühjahr schon etwas Sonne in das Grau der Straßen. Im Garten ist er jedoch nicht gern gesehen. Dabei hat er doch so viele gute Eigenschaften ...

Der Löwenzahn gilt als das bekannteste und unbeliebteste „Unkraut“ weit und breit – weil er so widerstandsfähig ist, weil er sich mit seiner raffinierten Flugtechnik so weit verbreitet, weil er einfach überall zu finden ist. Im Frühjahr, wenn wir die ersten warmen Sonnenstrahlen herbeisehnen, unser Auge das triste Grau der Straßen bald nicht mehr ertragen kann, dann leuchten seine gelben Blütenköpfe schon von weitem. Ein Frühling ohne Löwenzahn – undenkbar! Nach und nach errichtet der Löwenzahn seine festen Standorte in der Stadt, und wenn er erst einmal seine kräftige Pfahlwurzel im Boden verankert hat, ist er von nun an jedes Jahr zuverlässig zur Stelle – als einer der Ersten. Früher war das zarte Grün seiner vitaminreichen Blätter eine willkommene Nahrungsergänzung und eine belebende Frühjahrskur zur Entschlackung.

Seine harntreibende Wirkung war allgemein bekannt. “Piss-en-lit” nennen ihn die Franzosen, Bettpinkler.  Noch meine Mutter warnte mich vor dem Löwenzahn, er sei giftig, besonders der weiße Milchsaft. Doch vielleicht dachte sie dabei eher an die braunen Flecken, die der Löwenzahn auf den Kleidern hinterlassen konnte. Der Löwenzahn ist nicht giftig, im Gegenteil, alles an dieser Pflanze ist essbar. Er ist sogar eine alte Heilpflanze. Taraxacum officinale lautet sein lateinischer Name, der Zusatz „officinale“ zeichnet ihn sogar als „offiziellen“, anerkannten Vertreter der Heilpflanzen aus. Wer schon einmal Löwenzahn gekostet hat weiß, dass er recht bitter schmeckt. Diese Bitterstoffe sind es, die seine Heilwirkung ausmachen. Sie wirken verdauungsfördernd auf Leber und Galle. In der Wildkräuter-Küche findet der Löwenzahn immer mehr Verwendung. Besonders schön wirkt eine Dekoration mit Löwenzahnblüten im Salat oder als leicht herbe Note an einer Orangencreme. Die jungen Blätter sind eine vitaminreiche Bereicherung im Salat und sogar die Wurzeln des Löwenzahns sind verwertbar: In Stücke geschnitten, geröstet und fein gemahlen kann man sie wie Kaffee trinken – mit etwas Milch und Honig und einer Prise Zimt eine interessante Variante. Und sehr gesund! Also, liebe Gartenfreunde, ärgert euch nicht länger, esst Löwenzahn!

Löwenzahnwiese
 

So sieht es aus, wenn eine Wiese überdüngt ist und sich der Löwenzahn ungehemmt ausbreiten kann.