Klatschmohn

Klatschmohn an einer viel befahrenen Straße in Berlin

Dieses Jahr blüht alles schon recht früh - und so habe ich letztes Wochenende auch schon die leuchtenden Blüten des Klatschmohns gesehen, am Marienfelder Damm. Eigentlich ist der Klatschmohn keine typische Pflanze der Straßenränder. Meistens sehen wir ihn erst im Juni am Rand von Kornfeldern. Aber manchmal verirrt er sich eben auch in die Stadt. ...

Wahrscheinlich ist der Klatschmohn schon seit der Jungsteinzeit ein Begleiter des Menschen und des Ackerbaus. Durch moderne Methoden der Saatgutreinigung und der Unkrautbekämpfung wurde er jedoch von den Feldern immer mehr vertrieben. Obwohl der Klatschmohn so zart und zerbrechlich wirkt, ist er doch an Trockenheit und Sonne gewöhnt. Seine ursprüngliche Heimat ist das Mittelmeergebiet. Obwohl er auch Lehmboden mag, kann er auf Sandboden eine Pfahlwurzel entwickeln, mit der er noch in tieferen Erdschichten Wasser findet.

Papaver rhoeas lautet der lateinische Name für Klatschmohn. Der Gattungsname papaver setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort papa = Brei und verum = echt. Früher wurde angeblich dem Kinderbrei des öfteren etwas Mohnsaft (vom Schlafmohn) beigemischt, um die Kinder zum Einschlafen zu bringen. Der Artname rhoeas leitet sich wahrscheinlich von dem griechischen Wort rhoia für fließen ab, was der Arzt Dioskurides im 3. Jahrhundert vor Christus wohl auf den weißen Milchsaft bezogen hat, der bei Verletzung aus der Pflanze austritt. Als Heilpflanze ist der Klatschmohn jedoch heute nicht mehr gebräuchlich.

Bekannter und berüchtigter ist natürlich sein Verwandter, der Schlafmohn, dessen Opium-Alkaloide schon seit der Antike als Schmerzmittel und Narkotikum verwendet werden. Auch der Klatschmohn besitzt geringe Mengen von Alkaloiden, vor allem in der Kapsel. Der Samen selbst enthält wie beim Schlafmohn keine giftigen Stoffe. Die Blütenblätter des Klatschmohns wurden früher als mildes Hustenmittel für Kinder verwendet.

Klatschmohnblüte und Beifuß am Straßenrand

Als noch keine chemischen Farbstoffe verwendet wurden, war vor allem der rote Farbstoff der Pflanze von Bedeutung, der zum Färben von Wolle, Seide, Papier aber auch von Wein und Tee benutzt wurde.

Alle Arten des Mohns sind sehr dekorativ mit ihren vier großen, in der Knospe eng wie Seidenpapier zusammen gefalteten Blütenblättern. Die Samenkapsel hat oben einen Deckel und darunter kleine Öffnungen wie bei einem Salzstreuer. Tausende kleiner Samenkörnchen werden damit in alle Winde verstreut.

Obwohl der Klatschmohn mit seinen durchscheinenden roten Blüten so schön ist, lohnt es sich nicht, ihn abzupflücken. Er blüht nur einen Tag lang und verliert schnell seine Blätter.

Hier hat sich ein Klatschmohn neben einer Beifuß-Pflanze am Straßenrand angesiedelt.