Wilde Malve

Wilde Malve am Straßenrand, Foto: Elke Behrends

Zu unseren Füßen blühen manchmal die schönsten Pflanzen - wie hier am Prenzlauer Berg. Kaum zu glauben, dass die Wilde Malve, Malva sylvestris, eine einheimische Pflanze ist. Ihre außergewöhnlich zarten Blüten verleihen ihr ein exotisches Aussehen. Und tatsächlich ist die Wilde Malve verwandt mit dem afrikanischen Hibiscus, der bei uns als Topfpflanze sehr beliebt ist. ...

 

Die Wilde Malve ist in Europa eine altbekannte Heilpflanze. Schon Hesiod und Dioskurides haben sie in ihren Schriften erwähnt. Die Römer aßen sie gern als Gemüse und nannten sie “omnimorbium”, was so viel heißt wie “heilsam gegen alle Krankheiten”. Für Karl den Großen gehörte sie neben anderen Heil- und Gemüsepflanzen in den Klostergarten und auch Hildegard von Bingen beschreibt ihre reizlindernden Eigenschaften. Zerreibt man die Blüten oder Blätter zwischen den Fingern, spürt man den hohen Gehalt von Schleimstoffen, der für die reizlindernde Wirkung bei Entzündung der Mund- und Magenschleimhäute sorgt. Der schleimige Saft lindert auch Schmerzen bei Wunden und Insektenstichen.

Die Schleimstoffe haben der Malve auch den volkstümlichen Namen Ross- oder Käsepappel eingetragen. Der Name bezieht sich nicht auf Pappeln, die wir als Bäume kennen, sondern auf den “pappigen” Brei, der entsteht, wenn man die Pflanze zerreibt. Das Wort Käsepappel soll auf die Form der Früchte der Malve zurückzuführen sein, die wie ein kleiner Käselaib aussehen.
Die rosaroten Blüten der Malve enthalten Farbstoffe, die früher als Lebensmittelfarbe und zum Färben von Wein verwendet wurden.

Ursprünglich im südlichen Europa beheimatet, war die Wilde Malve schon seit der jüngeren Steinzeit ein Kulturbegleiter des Menschen. Inzwischen hat sie sich auch in den gemäßigten und subtropischen Zonen Amerikas, Australiens und Südafrikas ausgebreitet. Sie bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffsalzhaltige Böden. In den Großstädten haben sich die Hunde mit ihren Hinterlassenschaften also besonders um die Verbreitung der Wilden Malve verdient gemacht.

Wilde Malve

Auch am verkehrsumtosten Wittenbergplatz kann man im Hochsommer diese schöne Wildpflanze finden.