Seifenkraut

Seifenkraut am Straßenrand

Im Spätsommer entdeckt man an den Straßenrändern immer häufiger zart-rosafarbene Blütenkissen: Hier hat das Seifenkraut, Saponaria officinalis, mit seinem kriechenden Wurzelstock meist größere Bestände gebildet. Es bringt gute Voraussetzungen mit, sich im Stadtgebiet zu behaupten: Ursprünglich an sandigen Flussufern und Böschungen beheimatet, kann sich die Pflanze im Boden gut verankern. Außerdem stellt sie keine hohen Ansprüche an den Boden und hat sich als sehr widerstandsfähig gegenüber Pflanzengiften erwiesen.  ...


Blüte des Seifenkrauts am StraßenrandDas Seifenkraut ist in großen Teilen Europas und Westasiens weit verbreitet, und auch in Nordamerika hat es sich schnell eingebürgert. Schon seit vorchristlicher Zeit ist Saponaria officinalis eine bekannte Heil- und Nutzpflanze. Der deutsche und lateinische Name sagt es schon: Es wurde als Seife verwendet, denn seine Wurzel enthält Saponine, die unter Zugabe von Wasser schäumen. Schon im 8. Jh.v.Chr. benutzten die Assyrer die Wurzel zum Entfetten und Reinigen von Wolle.
                       
Ein Aufguss der Wurzel half auch bei Ekzemen und juckenden Hautleiden. Arabische Ärzte verwendeten den Sud im 11. Jh.  zur Behandlung von Lepra und anderen Hautkrankheiten. Auf der Suche nach hautschonenden Waschsubstanzen, die  z. B. auch bei Neurodermitis verwendet werden können, hat man heute das Seifenkraut als mögliche Alternative wiederentdeckt.

Saponine sind innerlich verwendet potenziell giftig, bei geringer Dosierung haben sie jedoch auch eine heilende Wirkung. Ein Aufguss der Wurzel löst den zähen Schleim in den Lungen bei Husten und Bronchitis. Darüber hinaus werden blutreinigende und die Leber anregende Eigenschaften in verschiedenen Kräuterbüchern genannt.

Das Seifenkraut ist eine beliebte und anspruchslose Staude in Bauerngärten.
Mit seinen glatten, spitz zulaufenden und gegenständig an der Sprossachse angeordneten Blättern zählt es zu  den Nelkengewächsen.

Abends verströmt das Seifenkraut einen zarten, süßen Duft, um “Nachtschwärmer” anzuziehen, vor allem Falter aus der Familie der Schwärmer und Eulen. Diese Insekten haben einen besonders langen Saugrüssel und nur sie sind in der Lage, an die Extraportion Nektar zu gelangen, die das Seifenkraut in seinen langen Blütenröhren für sie bereit hält.