Königskerze

Königskerze vor dem Kanzleramt, Foto: Elke Behrends


Ein wahrhaft majestätisches Gewächs ist die Königskerze, Verbascum densiflorum, eine der imponierendsten und größten Wildpflanzen, die uns in der Stadt begegnen können. Ihre Ansprüche an den Boden sind hingegen eher bescheiden, Sand und Schotter genügen ihr.

Im ersten Jahr bohrt sie sich mit ihrer Pfahlwurzel tief in den Boden und erreicht selbst an sehr trockenen Standorten noch feuchtere Schichten. Erst im zweiten Jahr bildet sich aus der weißfilzig behaarten Blattrosette, die den Winter überstanden hat, ein bis zu 2 Meter hoher, aufrechter Blütenstängel. Dicht an dicht öffnen sich an ihm von unten nach oben große, wohlduftende, leuchtend gelbe Blüten, so dass von Weitem der Eindruck einer Kerze entsteht. Bei einigen Arten verzweigt sich der Blütenstand im Spätsommer immer mehr, so dass sie eher einem Kandelaber ähnlich sehen. Nach der Samenreife sterben die Pflanzen ab. Bis zu 700 000 kleine Samen können sich an einer Pflanze bilden, die von dem Wind verbreitet werden. Es gibt viele Königskerzen-Arten, die Großblütige, die Kleinblütige, oder die Gemeine Königskerze zum Beispiel, die sich untereinander kreuzen und Hybriden bilden. Daher sind sie die einzelnen Arten nicht  immer leicht zu bestimmen.

Königskerzen am Spreeufer, Foto: Elke BehrendsDie Königskerze ist eine alte Heilpflanze, die schon in der Antike bekannt war. Sie enthält Schleimstoffe und Saponine, die reizlindernd wirken und das Abhusten erleichtern, sowie entzündungshemmende Flavonoide. Auch eine Salbe zur Wundheilung lässt sich aus ihren Blütenblättern herstellen.

Die auffälligen, schönen Blüten verströmen einen angenehmen Duft und locken viele Insekten an. Alle Königskerzen-Arten sind für die heimische Insektenwelt von großer Bedeutung, denn über 90 Insektenarten sind auf diese Pflanze als Nahrungsquelle und Eiablageplatz angewiesen.

Wegen ihrer weißfilzigen Blätter wird die Königskerze manchmal auch Wollblume genannt. Die Blätter wurden früher als Kerzendochte oder, in Wachs getränkt, als Fackeln verwendet.