Klette

Blütenstand der Großen Klette, Foto: Elke Behrends


Manchmal sieht man auch große, recht eindrucksvolle Pflanzen am Straßenrand: Dieser Großen Klette bin ich neulich bei einem Spaziergang am Prenzlauer Berg begegnet. Mit ihren Widerhäkchen an den Blütenhüllblättern klettet sie sich gerne an Hosenbeine oder an Hundefell und sorgt auf diese Weise für ihre Verbreitung. Arctium lappa hat die Menschen wohl zur Erfindung des Klettverschlusses inspiriert.

 

Große Klette, Foto: Elke BehrendsDer botanische Name der Großen Klette leitet sich von arcteion, dem griechischen Wort für Bär, und labein, dem griechischen Wort für ergreifen, festhalten ab. Und festhalten kann sie sich wirklich, wie jedes Kind weiß. (In den Haaren und im Pullover sind die Kletten nur schwer herauszubekommen, wenn man sich gegenseitig damit bewirft.)

Zu übersehen ist die Große Klette eigentlich nicht, sie kann bis zu zwei Meter hoch werden. Sie zählt zu den zweijährigen Pflanzen, die im ersten Jahr eine große Blattrosette bilden. Sie verankern sich mit ihrer Wurzel tief in der Erde und erst im zweiten Jahr wächst pyramidenartig der Blütenstand hervor. Die Blätter entwickeln sich dann zugunsten der Blüte zurück, wie ich hier an einer anderen Stelle in Steglitz beobachten konnte. Hier in der Wrangelstraße konnte sich dieser Klettenbusch ungehindert entfalten. Nach der Blüte vertrocknet die Pflanze und im nächsten Jahr ist an diesem Standort von ihr nichts mehr zu sehen.


Große Klette vor der Blüte, Foto: Elke BehrendsGroße Klette blühend, Foto: Elke BehrendsGroße Klette verblüht, Foto: Elke Behrends
Die Große Klette ist eine in Europa und China weit verbreitete Heilpflanze. Fast alles an ihr ist verwertbar. Aus der Wurzel kann ein Ölauszug gemacht werden, das Klettenöl, das bei Hautkrankheiten, bei Schuppen, schlecht heilenden Wunden und auch bei Akne hilfreich ist. Innerlich kann die Klettenwurzel wegen ihrer Gerb- und Schleimstoffe auch bei Magenbeschwerden angewendet werden. Die Blätter wirken zerquetscht als Umschlag auf Wunden gelegt antibakteriell. Die jungen Blätter sind auch als Spinat essbar, und das Mark der Stängel soll sogar gedünstet als Gemüse gegessen werden können.