Götterbaum

Götterbaum-Triebe vor einer einfahrt

Nicht nur kleine, krautige Pflanzen haben in der Berliner Innenstadt eine neue Heimat gefunden, sondern auch Bäume - wie zum Beispiel der Götterbaum, Ailanthus altissima. Als junge Pflanze ist er in Berlin sehr häufig anzutreffen. Mit seinen schönen großen, gefiederten Blattwedeln ist er auch durchaus dekorativ. Da ahnt man noch nicht, was aus ihm werden kann. ...

Der Götterbaum kommt ursprünglich aus China und Korea. Dort wurde er zur Seidenraupenzucht verwendet. Erst im 18. Jahrhundert wurde er in Europa eingeführt, weil man auch hier versuchte, eine Seidenraupenzucht zu etablieren. Adolf Heese gründete Anfang des 19. Jahrhunderts die Seidenspinnerei "Filanda". Die Filandastraße und die Heesestraße in Steglitz erinnern noch daran. Das Experiment wurde im expandierenden Berlin der Gründerjahre jedoch bald aufgegeben. Gut möglich, dass von diesen Versuchen einige Götterbäume übrig geblieben sind und sich weiterhin ausgebreitet haben.

Auffallend ist, dass sich besonders im Berliner Innenstadtbereich der Götterbaum massiv ausgebreitet hat. Er ist resistent gegen Salz, Trockenheit und Industrieabgase und toleriert den von der urbanen Luftverschmutzung ausgehenden Stress besser als andere Stadtbäume. In Österreich, in der Schweiz und in Ungarn wird der Götterbaum als invasiver Neophyt systematisch beseitigt. In Deutschland sieht man dazu noch keine Veranlassung, denn der Baum ist anfällig gegen Frost und ist deshalb außerhalb des wärmeren Innenstadtbereichs kaum anzutreffen.

Götterbaum vor dem Fenster einer LadenwohnungHier hat sich ein Götterbaum vor dem Fenster einer Kreuzberger Ladenwohnung postiert und wird offenbar toleriert. Allerdings heißt der Götterbaum nicht umsonst Ailanthus altissima, der höchste. Er wächst sehr schnell und kann eine Höhe von 30 Metern erreichen. Solche stattlichen Exemplare sind in Berlin auch häufig zu finden. Der Götterbaum, der wegen seiner Höhe diesen schönen Namen hat, ist andernorts wegen seines schlechten Geruchs aber auch unter dem Namen Stinkesche bekannt.

Der Götterbaum ist wie z. B. der Hopfen oder die Brennessel eine zweihäusige Pflanze, das heißt, es gibt männliche Blüten mit Pollen und weibliche Blüten mit Fruchtknoten, die sich auf verschiedenen Bäumen befinden. Die propellerartig beidseitig geflügelten Samen können sehr weit fliegen.

Was den Seidenraupen schmeckt, ist für den Menschen nicht bekömmlich. Die Blätter des Götterbaums sind giftig.

 

Ausgewachsener Götterbaum